Werkstoffe für Kaltfließpressen

Wezel verarbeitet metallische Werkstoffe im Kaltfließpressverfahren — je nach Anforderung an Festigkeit, Gewicht, Korrosionsbeständigkeit oder elektrische Leitfähigkeit. Hier finden Sie das werkstoffspezifische Leistungsspektrum.

Wezel GmbH presst kalt und halbwarm vor allem Aluminium-Knetlegierungen (EN AW-6082), Einsatz- und Vergütungsstähle sowie Kupfer — in Losgrößen von 1 bis 500.000 Stück, am Standort Frickenhausen, Deutschland.

EN AW-6082

Aluminium-Hauptlegierung — höherfeste Knetlegierung der 6000er-Reihe

Ø 240 mm

Maximaler Außendurchmesser bei Aluminium-Bauteilen

Q 6 / IT9

Bearbeitungs- und Verzahnungstoleranz nach Härten

1 – 500.000

Losgrößen von Prototyp bis Großserie

Werkstoff-Spektrum im Überblick

Drei Werkstoffgruppen — eine Fertigungstiefe.

Aluminium

EN AW-6082 (AlSi1MgMn) und vergleichbare Knetlegierungen. Bis Ø 240 mm, porenfrei, kaltverfestigt. Für Leichtbau in E-Mobility, Maschinenbau und Mobilhydraulik.

Aluminium-Fließpressen ansehen →

Stahl — in Vorbereitung

Einsatz- und Vergütungsstähle bis Ø 160 mm. Kaltfließpressen mit erhaltener Faserstruktur, Verzahnungstoleranz IT9 nach Härten, Q6 spanend. Hauptwerkstoff für hochbelastete Verzahnungen in Automotive, E-Motorrad und industriellen Antrieben.

Kupfer — in Vorbereitung

Technische Kupfer-Fließpressteile für elektrische und mechanische Anwendungen. Hohe Leitfähigkeit, gute Kaltumformbarkeit, dichtes Gefüge. Einsatz: Kontaktteile, Wärmeüberträger, Elektromechanik.

Warum Kaltfließpressen statt Guss oder Zerspanung?

Porenfreies Gefüge

Vollmaterial ohne Lunker oder Gaseinschlüsse — besser als jedes Gussverfahren.

Kaltverfestigung

Höhere Streckgrenze und Zugfestigkeit gegenüber gegossenen oder zerspanten Teilen.

Erhaltener Faserverlauf

Dauerfestigkeit unter Wechsellast deutlich höher als bei zerspanten Bauteilen.

Materialeffizienz

Kaum Materialabfall — bei mittleren bis hohen Stückzahlen wirtschaftlicher als Fräsen.

Häufige Fragen zu Werkstoffen

Welche Werkstoffe verarbeitet Wezel im Kaltfließpressverfahren?

Wezel GmbH verarbeitet drei metallische Werkstoffgruppen im Kaltfließpressverfahren:

  • Aluminium-Knetlegierungen, vor allem EN AW-6082 (AlSi1MgMn), bis Ø 240 mm — für Leichtbauanwendungen in E-Mobility, Maschinenbau und Mobilhydraulik.
  • Einsatz- und Vergütungsstähle für hochbelastete Verzahnungen in Automotive, E-Motorrad und industriellen Antrieben.
  • Kupfer für technische Fließpressteile mit elektrischen oder mechanischen Anforderungen.

Alle Werkstoffe werden in Losgrößen von 1 bis 500.000 Stück gefertigt — vom Prototyp bis zur Großserie.

Welche Aluminiumlegierung ist die Standardwahl bei Wezel?

EN AW-6082 (AlSi1MgMn) ist die Hauptlegierung — eine der höherfesten Knetlegierungen der 6000er-Reihe mit guter Kaltumformbarkeit, sehr guter Zerspanbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Sie ist Standard für tragende Aluminiumteile in Maschinenbau und Fahrzeugtechnik. Auf Anfrage sind weitere Legierungen realisierbar.

Wann ist Aluminium gegenüber Stahl die bessere Wahl?

Aluminium-Fließpressteile sind dann bevorzugt, wenn:

  • das Bauteilgewicht kritisch ist — jedes Gramm zählt, etwa bei E-Bike-Antrieben oder mobilen Hydraulikaggregaten
  • Korrosionsbeständigkeit ohne Beschichtung gefordert ist
  • elektrische oder thermische Leitfähigkeit eine Rolle spielt

Stahl bleibt erste Wahl, wenn maximale Festigkeit, Drehmomentübertragung oder Verschleißbeständigkeit dominieren.

Welche Vorteile hat Kaltfließpressen gegenüber Druckguss bei Aluminiumgehäusen?

Kaltfließgepresste Aluminiumgehäuse übertreffen Druckgussteile in drei Punkten:

  • Keine Porosität — Vollmaterial ohne Lunker oder Gaseinschlüsse, kein Leckagerisiko
  • Höhere Festigkeit durch Kaltverfestigung beim Pressvorgang
  • Bessere Maßhaltigkeit — enge Toleranzen bis Qualität 6 direkt aus dem Prozess, weniger Nacharbeit

Druckguss bleibt für sehr große, dünnwandige Strukturteile in extrem hohen Stückzahlen die wirtschaftlichere Wahl.

Können kaltfließgepresste Bauteile später noch zerspant werden?

Ja. Wezel ergänzt das Fließpressen durch eigene Weich- und Hartzerspanung (Drehen, Schleifen) sowie taktile und optische Messtechnik. Das Restumformvermögen bleibt nach dem Pressen erhalten, und enge Endtoleranzen werden spanend erreicht — Bearbeitungsqualität bis Q6, Verzahnungsqualität IT9 nach Härten.

Welcher Werkstoff passt zu Ihrem Bauteil?

Wir beraten ab der Konstruktionsphase — Werkstoffwahl, Verfahrensauslegung, Wirtschaftlichkeit.